Was ist der Unterschied zwischen Trekking und Wandern?

Was ist der Unterschied zwischen Trekking und Wandern?

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Wandern und Trekking scheinen auf den ersten Blick recht ähnlich. Beide führen zu Fuß hinaus in die Natur und wirken sich positiv auf die Gesundheit des Menschen aus. Unter den Fortbewegungsmöglichkeiten wird Trekking jedoch als eine Unterkategorie des Wanderns eingestuft.

Sprich, jeder, der Trekking macht, wandert – aber nicht jeder, der wandert, macht Trekking. Dies bedeutet, dass es durchaus Abgrenzungen zwischen den beiden Outdoor-Sportarten geben muss. Diese sind in der Entfernung, der Dauer, der Wegbeschaffenheit und in der Art des mitgeführten Gepäcks zu finden.

1. Unterschied 1: Eine Frage der Entfernung und Dauer

Beim Trekking gehören Übernachtungen dazu - beim Wandern nicht unbedingt

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Beim klassischen Wandern handelt es sich um Tagestouren, bei denen das Ziel in der Regel noch am selben Tag erreicht wird. Du ziehst Deine Wanderschuhe an und folgst einem gut markiertem Weg mit leichtem bis mittlerem Schwierigkeitsgrad. Unterschieden wird nach Rund- und Streckenwanderungen.

Erreichst Du Dein Ziel noch am selben Tag, bist Du gewandert. Dabei ist es völlig unerheblich, ob Du einen halben oder einen ganzen Tag unterwegs warst und ob Du gemütlich gewandert bist oder eine anstrengende Bergtour hinter Dir hast.

Erstreckt sich Deine Wanderung dagegen über mehrere Etappen und über Tage, Wochen oder gar Monate hinweg, dann werden Übernachtungen notwendig. Diese sind in Zelten, Hütten, Lodges oder Hotels möglich. Sind Übernachtungen eingeplant, wird Wandern zum Trekking.

Dieser Definition nach sind klassische Pilgerrouten wie der Jakobsweg ebenfalls eine Art von Trekking, genauso wie Hüttentouren im Hochgebirge oder eine Inselumrundung von Hotel zu Hotel. Dennoch verwischen die Grenzen zwischen Wandern und Trekking oft.

Denn für den einen gilt bereits eine mehrtägige Wanderung von Hütte zu Hütte in den Alpen als Trekking. Für andere ist Trekking erst dann echt, wenn es abseits von Straßen und Wegen ohne feste Unterkünfte fernab jeglicher Zivilisation stattfindet.

Wanderungen sind meist Tagestouren, während Du bei mehrtägigen Trekking-Touren zwischendurch übernachten musst.

2. Unterschied 2: Unterwegs auf verschiedenen Wegen

Beim Wandern bist Du auf festen Wegen unterwegs - beim Trekking nicht

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Auch in der Wegbeschaffenheit unterscheiden sich Wandern und Trekking. Wandern führt auf gut ausgebauten und ausgeschilderten Wegen hinaus in die Natur, vorbei an Wiesen, Wäldern und Bergen. Ziel soll ein genussvoller und vergnüglicher Tagesflug sein, der den Wanderer nicht überfordert.

Schönheit und Artenvielfalt sind aus nächster Nähe erlebbar, oft markieren Sehenswürdigkeiten den Weg. Ein Picknick am Wegesrand oder die Einkehr in ein Restaurant gehören zu den angenehmen Bestandteilen eines Wanderausflugs.

Da sich der Weg beim Trekking über mehrere Tage erstreckt, gilt er als größere Herausforderung und stellt entsprechend höhere Ansprüche an Physis, Ausdauer und mentale Stärke. Zudem führt Trekking oft in entlegene und schwer zugängliche Gebiete, die intensive Erlebnisse in der Natur versprechen und einzigartige Einblicke in fremde Kulturen ermöglichen.

Hinzu kommt, dass Trekkingtouren in Nepal, Chile, Peru oder Ecuador leicht in Höhen von bis zu 5.000 Meter führen. Ohne klar erkennbare Wegführung und in Höhen mit dünner Luft können sich ortskundige Guides und Träger als äußerst sinnvoll erweisen.

Auch wenn sie die Ausrüstung tragen, Zelte aufbauen und kochen, ist Trekking dennoch eine größere Herausforderung als das klassische Wandern.

Wanderungen finden auf befestigten Wegen statt, wohingegen es beim Trekking in die wilde Natur geht.

3. Unterschied 3: Unterschiedliche Ansprüche an die Ausrüstung

Beim Trekking benötigst Du weitaus mehr Ausrüstung als beim Wandern

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Wandern erfordert im Vergleich zum Trekking ein geringeres Maß an Vorbereitung und Organisation. Zumeist findet alles Notwendige in einem Tagesrucksack Platz. Wanderschuhe an, Verpflegung und Getränke eingepackt und schon kann es losgehen. Wer möchte, kann auch Kompass und Wanderstock mitnehmen.

Ganz anders sieht es aus, wenn große Strecken mit Übernachtung in freier Natur zurückgelegt werden. Dann gehört eine essenzielle Ausrüstung in den Trekking-Rucksack:

  • Hochwertige Trekking-Stiefel
  • Kleidung für Temperaturschwankungen
  • Komplette Campingausrüstung (Zelt, Schlafsack, Isomatte)
  • Verpflegung, Snacks, Kochgeschirr
  • Toilettenartikel
  • Karte, Kompass, GPS
  • Sicherheitsartikel wie Pfeife, Taschenmesser, Erste-Hilfe-Kit
  • Gegenstände zum Feuer machen

Hier kommt leicht ein Rucksackgewicht um die 15 Kilogramm zusammen. Ein Gewicht, das über einen Zeitraum von mehren Tagen bzw. Wochen erst einmal getragen werden muss. Nicht nur für den Rücken ist dies eine Herausforderung, auch für den Träger, der ihn oft durch menschenleere Abgeschiedenheit ohne die gewohnte Komfortzone trägt.

Deshalb ist Trekking keinesfalls für Anfänger geeignet. Denn ohne körperliche und mentale Stärke und ohne die geeignete (Schutz-)Ausrüstung kann Dich eine Trekkingtour schnell an Deine Grenzen bringen und sich im ungünstigsten Fall sogar als lebensbedrohlich herausstellen.

Trekking erfordert deutlich mehr Gepäck als Wandern.

4. Fazit: Unterschied zwischen Trekking und Wandern

Im Gegensatz zum Wandern stellt Trekking eine größere Herausforderung dar. Es werden längere Strecken zurückgelegt, die das Mitführen einer entsprechenden Ausrüstung erfordern.

Neben Dauer und Ausrüstung führt eine Trekkingtour in der Regel in abgelegene bzw. wenig erschlossene Gebiete und bietet intensivere Erfahrungen bezüglich Natur und Kultur. Ganz egal, wie genau Trekking definiert wird: Es handelt sich um eine körperlich fordernde Outdoor-Sportart, die – je nach Reiseziel – abseits von Zivilisation und Komfort ausgeübt wird.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 17. September 2021 aktualisiert.