Wandern für Anfänger: 7 praktische Tipps für Einsteiger

4 Minuten | Thomas | Letztes Update: 18. April 2023

Wandern ist und bleibt eine der beliebtesten Freizeitaktivitäten der Deutschen. Du bist in der Natur unterwegs, genießt die Abgeschiedenheit und tust etwas für Dich und Deine Gesundheit. Gerade als Anfänger solltest Du Deine Wanderroute und Deine Ausrüstung dabei allerdings gut überdenken und nicht einfach kopflos drauflos wandern.

Aus diesem Grund zeige ich Dir in diesem Artikel 7 praktische Tipps, die jeder Anfänger bei seinen ersten Wanderungen im Hinterkopf behalten sollte. Mit meinen Tipps wird Deine erste Wanderung hoffentlich ein schönes und unvergessliches Erlebnis.

Tipp 1: Schätze Dich richtig ein und starte langsam und überlegt

Überschätze Dich als Anfänger nicht! Wer lange Strecken nicht gewohnt ist, wird sich wundern, wie sehr sich zehn Kilometer in die Länge ziehen können. Du kannst es ausprobieren, indem Du Dich für leichte Anfängertouren zwischen fünf und zehn Kilometern entscheidest. Mehr Kilometer sollten es zu Beginn besser nicht sein.

Da sich auch Füße, Beine und Knie mitsamt Muskeln und Sehnen erst einmal an die veränderte Beanspruchung gewöhnen müssen, sollten nicht mehr als 500 Höhenmeter überwunden werden müssen. Schön zu wandern sind deshalb ausgeschilderte Panoramawege oder Wege rund um Seen.

Mir persönlich gefallen Wanderungen immer dann besonders gut, wenn sie von plätschernden Bächen, Höhlen, Burgen und Einkehrmöglichkeiten begleitet werden. Dann haben auch Kinder Freude am Wandern.

Haben Dich Deine ersten Wanderungen überzeugt, können Länge und Anspruch nach und nach gesteigert werden. Mit zunehmenden Kilometern und anspruchsvolleren Wegen kommen neue Erfahrungen, Erlebnisse, Ausblicke, Trittsicherheit und körperliche Fitness hinzu.

Eine für Anfänger geeignete Wanderung zu finden, ist heute problemlos möglich. Wanderführer, Broschüren, Internet und Wander-Apps (zum Beispiel „OutdoorActive“ und „Komoot“) geben detailliert Auskunft über Länge, Schwierigkeitsgrad, Wegbeschaffenheit, Höhenmeter und Einkehrmöglichkeiten. Wer sich den Wanderweg auf das Handy lädt, braucht sich um mangelnde Netzabdeckung keinerlei Sorgen zu machen.

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Tipp 2: Behalte den Wetterbericht im Auge

Bevor Du Dich auf den Weg machst, solltest Du den Wetterbericht studieren. Sind Nebel, Sturm und Gewitter angesagt, verschiebe besser Deinen Wandertag. Gerade die ersten Wanderungen sollen ja Spaß machen und wer möchte schon völlig durchnässt und frierend am Ziel ankommen? Eventuell noch mit einer dicken Erkältung…

Tipp 3: Kleide Dich nach dem Zwiebelprinzip

Wer sich nicht gut mit dem Wandern auskennt, mag Schwierigkeiten bei der Auswahl der geeigneten Kleidung haben. Beim Wandern kommst Du schnell ins Schwitzen. Falsch gekleidet hast Du dann feuchte Kleidung am Körper, kühlst schneller aus und kannst Dich sogar erkälten. Gleiches gilt, wenn Du ohne Regenschutz nass wirst.

Wanderkleidung muss bequem sein, kleide Dich am besten nach dem Zwiebelprinzip. Verschiedene „Schichten“ bieten Dir die Möglichkeit, Dich an alle Wetterbedingungen ideal anzupassen. Was Du auf jeden Fall an Kleidung mitnehmen solltest:

  • einen Baselayer aus atmungsaktivem Material bzw. Merinowolle
  • zwei T-Shirts (eins als Ersatz)
  • einen langärmeligen Fleece-Pullover
  • eine Wanderhose
  • eine wetterfeste Jacke/Hose
  • eine Kopfbedeckung
  • gut sitzende Wandersocken

Als Wanderanfänger brauchst Du nicht alles, was in Outdoor-Shops als zweckmäßig angepriesen wird. Starte mit einer qualitativ hochwertigen Mindestausrüstung. Wenn Deine Wanderungen später länger und anspruchsvoller werden, kannst Du Deine Ausrüstung jederzeit an die neuen Gegebenheiten anpassen. Dann wirst Du auch besser einschätzen können, ob Du viel schwitzt und deshalb auf besondere Kleidung achten solltest.

Tipp 4: Achte auf das passende Schuhwerk

Nur mit dem passenden Schuhwerk wird Wandern zum Vergnügen. Für kurze Wanderungen auf befestigten Wegen erfüllen auch Turn- bzw. Laufschuhe absolut ihren Zweck. Führt die Wanderung jedoch über Stock und Stein, solltest Du keinesfalls auf Wanderschuhe verzichten.

Je nach Gelände haben sich mittelhohe bis hohe Wanderschuhe als praktisch erwiesen. So sind Deine Knöchel bestens geschützt und das Risiko, mit dem Fuß umzuknicken, sinkt. Mit ihrem dicken Profil sorgen stabile Wanderschuhe auf unebenem Untergrund für festen Halt und schützen den Fuß vor spitzen Steinen. Sind sie wasserdicht, bleiben die Füße auch bei Regen, Pfützen und Bächen trocken.

Wanderschuhe sollten auf jeden Fall fest am Fuß sitzen, aber nicht so fest, dass sie drücken oder scheuern. Rutscht der Fuß beim Gehen im Schuh hin und her, entstehen schmerzhafte Blasen, stößt der Zeh vorne an, wird Wandern zum schmerzhaften Erlebnis. Wer einmal blaue Zehen hatte und anschließend einen Zehennagel verloren hat, weiß, wovon ich rede.

Falls Du Deine erste Wanderung planst, lass Dich in einem Fachgeschäft beraten und probiere die Wanderschuhe auf jeden Fall an. Mit dicken Wandersocken vermeidest Du Scheuern und die Füße bleiben an kalten Tagen angenehm warm.

Wichtig ist, dass Deine Wanderschuhe gut eingelaufen sind und sich dem Untergrund und der zu erwartenden Witterung anpassen.

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Tipp 5: Wäge ab, welche Ausrüstung für Deine Bedürfnisse zweckmäßig ist

Auch wenn Du als Anfänger noch keine anspruchsvollen Touren planst, können folgende Ausrüstungsgegenstände Deine ersten Wandertouren doch sehr erleichtern:

  • Eine Sonnenbrille ist zu jeder Jahreszeit ein passender Begleiter.
  • Sonnencreme schützt im Sommer und Winter vor Hautverbrennungen.
  • Wanderkarten sind dann sinnvoll, wenn Du Dich im Notfall orientieren musst.
  • Ein Wanderstock bzw. Wanderstöcke sind zwar nicht unbedingt notwendig, können Dich aber in unwegsamem Gelände enorm unterstützen
  • Einen robusten Rucksack braucht jeder Wanderer, um die Ausrüstung zu transportieren.

Beim Packen kannst Du Dir darüber Gedanken machen, welche Utensilien Du wirklich brauchst. Spätestens beim Wandern wird Dir klar, dass Du eventuell Dinge mit Dir herumträgst, die Du gar nicht wirklich brauchst. Solltest Du unterwegs feststellen, dass Du etwas Wichtiges nicht dabei hast (zum Beispiel ein Blasenpflaster), dann lerne daraus und packe es einfach beim nächsten Mal ein.

Tipp 6: Nimm ausreichend Essen und Trinken mit

Zu jeder Wanderung gehört ein leckeres Vesper. Überall laden Bänke und Picknickplätze dazu ein, belegte Brötchen, leckeres Fingerfood und mundgerecht geschnittenes Obst und Gemüse zu genießen. Eine kleine Thermoskanne mit Kaffee und Seeblick? Herrlich! Wer gern einkehrt, sucht sich eine Wanderung mit entsprechender Möglichkeit aus (Öffnungszeiten beachten!).

Gerade als Anfänger solltest Du beim Wandern immer ausreichend Wasser zur Verfügung zu haben. Für eine halbtägige leichte Wanderung sind (mindestens) zwei Liter ausreichend. Für eine anspruchsvolle Tageswanderung bei sommerlichen Temperaturen werden drei bis vier Liter empfohlen. Auch wenn Wasser schwer zu tragen ist, solltest Du lieber mehr als zu wenig einpacken. Vorteil: Je mehr Du trinkst, desto leichter wird Dein Rucksack.

Tipp 7: Denke an Deine Sicherheit und den Schutz der Natur

Wandern sollte immer sicher für Dich und nachhaltig für die Natur sein. Aus diesem Grund hier noch ein paar schnelle Tipps hinterher:

  • Gerade auf Deinen ersten Touren solltest Du nicht unbedingt allein unterwegs sein.
  • Bleib in Sichtkontakt zu Deiner Gruppe.
  • Eine Verletzung oder auch ein Wetterumschwung können Dich jederzeit in Gefahr bringen ‒ wähle dann die 112.
  • Orientiere Dich bei Unsicherheit per Smartphone, Google Maps, Wander-Apps bzw. GPS-Ortung.
  • Falls Du eine längere Tour planst, gib jemand Bescheid, wohin Du unterwegs bist und wann Du planst, zurück zu sein.
  • Nimm Deinen Müll wieder mit, verunreinige keine Gewässer und mach keinen Lärm!
  • Hab Respekt vor der Natur: pflücke keine Blumen, breche keine Äste, leine Deinen Hund an und bleibe auf dem Weg.
  • Nutze Deine ersten Wanderungen, um herauszufinden, was Du fürs Wandern wirklich benötigst und was das nächste Mal zuhause bleiben kann.
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